Ob sich an dieser Haltestelle künftig auch Menschen für ein erstes Date begegnen werden, das wissen wir nicht. Was wir jedoch mit Sicherheit sagen können: Seit dem 1. September können sich an der Haltestelle “Dreiklang” zeitlich abgestimmt verschiedene Buslinien für ein Rendezvous treffen.
Genau diese vermeintlich schmale Randnotiz ist die entscheidende Voraussetzung für eine bessere mobile Erreichbarkeit in einer angemessenen Taktung im Städtedreieck Saalfeld/Saale-Rudolstadt-Bad Blankenburg sowie im gesamten Landkreis: Die Haltestelle ist Verknüpfungspunkt und die Basis für die Entwicklung des Integralen Taktfahrplans (ITF).
Das steckt dahinter.
Mit dem Umbau der Haltestelle in der Saalfelder Straße von Schwarza ist seit September genügend Platz vorhanden, damit sich Busse verschiedener Verkehrslinien zur gleichen Zeit treffen können. Fahrgäste aus unterschiedlichen Richtungen erhalten somit die Chance, von einer Linie auf eine andere umzusteigen; zu den umsteigefreien Direktverbindungen entstehen zusätzliche Umsteigemöglichkeiten. Das bringt mit Blick auf Takt- und Erreichbarkeit im Kreis gleich zwei Vorteile: Zum einen vergrößert sich für ÖPNV-Nutzerinnen und -Nutzer die Reichweite, es können mehr Ziele in einer bestimmten Zeit erreicht werden. Zum anderen entsteht durch die abgestimmten Rendezvous der Busse eine engere Taktung, Wartezeiten werden somit verkürzt oder entfallen komplett – ÖPNV-Nutzerinnen und -Nutzer kommen somit schneller an ihr Ziel. Zunächst gelten noch die alten Fahrpläne. Mit dem Fahrplanwechsel am 1. Januar 2027 entsteht durch den Knotenpunkt ein 15-Minuten-Takt zwischen den Städten Bad Blankenburg, Rudolstadt und Saalfeld. Die positiven Auswirkungen auf das ÖPNV-Busnetz werden aber auch deutlich über das Städtedreieck am Saalebogen hinaus zu spüren sein.
Mit der Rendezvoushaltestelle “Dreiklang” eröffnen wir nicht einfach eine neue Bushaltestelle. Wir schaffen einen modernen und barrierefreien Verkehrsknoten, der Rudolstadt, Saalfeld und Bad Blankenburg künftig noch enger miteinander verbindet und damit ein wichtiges Stück Mobilität der Zukunft im Städtedreieck Wirklichkeit werden lässt.
Der Umbau der Haltestelle „Dreiklang“ in Rudolstadt-Schwarza zeigt exemplarisch, wie mit Hilfe derartiger infrastruktureller Maßnahmen die Basis für mehr Erreichbarkeit geschaffen wird. Sie ist damit zugleich ein wichtiger Bestandteil in der Verwirklichung des Integralen Taktfahrplanes (ITF). Hinter dem Begriff verbirgt sich ein ausgeklügeltes System aus Stadt- und Regionalbuslinien und dem Bahnverkehr, das eine bessere Erreichbarkeit im ländlichen Raum ermöglicht. Ausgerichtet ist diese Mobilitätsstruktur an leistungsfähigen Verknüpfungspunkten, die die einzelnen Angebote des Nahverkehrs zusammenführen. Dadurch entstehen nicht nur Vorteile für die Fahrgäste, sondern auch für Landkreise und Verkehrsunternehmen. Durch die Neustrukturierung wird der ÖPNV effizienter und für die öffentliche Hand letztendlich auch langfristig bezahlbar.
Den ITF erarbeiten wir als LEG Thüringen mit unseren Expertinnen und Experten der Stadt- und Regionalentwicklung und weiteren Partnern und Fachleuten im Auftrag des Thüringer Infrastrukturministeriums seit 2021.

















