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Innovationsstrategie

Thüringen hat sich in den vergangenen Jahren zu einer starken Innovationsregion entwickelt. Das aktuelle Regional Innovation Scoreboard 2025 der Europäischen Union zeichnet den Innovations- und Forschungsstandort Thüringen als „strong innovator“ aus.

Von der Innovationspolitik werden zunehmend Antworten auf viele drängende Fragen erwartet: in gesellschaftlichen und sozialen Themen ebenso wie für Daseinsvorsorge und Teilhabe, Dekarbonisierung und Klimawandel, Demografie und Überalterung.

Innovative Antworten auf diese Fragen können sowohl aus Wissenschaft und Forschung kommen, auch im unternehmerischen und sozialen Umfeld entstehen. Dazu zählen Impulse für technologische Neuerungen und innovative Verbesserungen an Produkten und Prozessen ebenso sowie neugedachte Geschäftsmodelle, Organisationsformen und Services.

Strukturen verbessern, Prozesse stärken

Der Schlüssel für die Bewältigung dieser Herausforderungen liegt in der Verknüpfung der leistungsfähigen Wissenschaftslandschaft Thüringens mit der Innovationskraft der hiesigen Wirtschaft, insbesondere der Industrie und produktionsnahen Dienstleistungen. Die konzeptionelle Basis dafür bildet die „Regionale Forschungs- und Innovationsstrategie für intelligente Spezialisierung für Thüringen der Strukturfondsförderperiode 2014 bis 2020“.

Die neue Strukturfondsförderperiode 2021 - 2027 baut auf diesen Fortschritten auf, indem sie Strukturen und Prozesse weiter verbessert und folgende Entwicklungspotenziale stärkt:

  • Industrielle Forschung und Entwicklung
  • FuE-Infrastrukturen
  • Clusterentwicklung und überregionale Vernetzung
  • Deckung des Fachkräftebedarfs
  • Etablierung von Zukunftstechnologien wie digitale Technologien, Künstliche Intelligenz und Wasserstofftechnologie

Regionale Innovationsstrategie in der Förderperiode 2021-2027

Der Grundstein ist gelegt: Mit der „Regionalen Forschungs- und Innovationsstrategie für intelligente Spezialisierung für Thüringen der Förderperiode 2014 bis 2020“ hat die Thüringer Landesregierung eine Kooperations- und Koordinierungsplattform für die verschiedenen Akteure im Innovationsstandort Thüringen geschaffen. Darauf wird auch in der aktuellen Förderperiode aufgebaut. In der Folge geht es jetzt darum, dass wir uns auf die Spezialisierungsfelder konzentrieren, die ein besonders hohes Zukunftspotenzial haben.

Die Regionale Innovationsstrategie in der Förderperiode 2021 bis 2027 soll die Entwicklung der fünf Spezialisierungsfelder durch einen Multi-Stakeholder-Ansatz vorantreiben. Neben Innovationstreibern wie Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen tragen noch weitere Akteure zur Entwicklung der Spezialisierungsfelder bei: Cluster- und Netzwerkorganisationen, wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen und Innovationszentren sowie Multiplikatoren wie Wirtschafts- und Branchenverbände. All diese Akteure sind gleichzeitig Bindeglieder zwischen Forschung und Anwendung sowie zwischen Innovationsakteuren und politischen Institutionen wie der Landesregierung.

Umsetzung der Innovationsstrategie

Im Sinne einer nachhaltigen Clusterpolitik stärken wir den Cross-Cluster-Ansatz. Das bedeutet, dass wir ergänzend zu den fünf Spezialisierungsfeldern auch großes Gewicht auf eine Differenzierung innerhalb der Felder legen. Aus der Vielzahl an Themen und Aktivitäten kristallisieren wir Highlights heraus, die sich zu innovativen Wertschöpfungsnetzwerken ausbauen lassen. Im Mittelpunkt stehen dabei diejenigen Knotenpunkte der Liefer- und Leistungsketten, die ein hohes Potenzial bieten und für Thüringen strategisch besonders relevant sind in dem Sinne, dass:

  • Spezialisierungsvorteile für Thüringen erkennbar sind,
  • es ausreichend wissenschaftliche und/oder wirtschaftliche Akteure gibt, die über Jahre Kompetenzen aufgebaut haben,
  • ein hoher Anwendungsbezug zu innovativen Lösungsansätzen für zukünftige Herausforderungen besteht und
  • hohe Zukunfts- bzw. Wachstumspotenziale bestehen.

Vom Handlungsbedarf zur Roadmap

Im Rahmen eines intensiven Dialog- und Beteiligungsprozesses wurden zunächst die folgenden Themen herauskristallisiert: „Personalisierte Gesundheit“, „Produktion neu gedacht: effizient, nachhaltig, resilient“, „Nachhaltige Mobilität und Logistik für ländliche Räume“, „Resiliente Digitale Ökosysteme“ und „Nachhaltiges Bauen und Sanieren“

Diese Themen stehen an den Schnittstellen von Branchen, Technologien und Zukunftsthemen und bieten innovative Lösungen als Antwort auf aktuelle sozioökonomische und ökologische Herausforderungen. In einem weiteren Schritt identifizieren und priorisieren wir die Handlungsbedarfe und Engpässe zur Entwicklung der Themen.

Unter Einbindung der Thüringer Akteure prüfen wir, wo sich konkrete Ansätze für innovationsbasierte Wertschöpfungsnetzwerke im Sinne der Clusterpolitik ergeben und entwickeln für diese Roadmaps. Diese Roadmaps sollen für das jeweilige Netzwerk Handlungsfelder ableiten und konkrete Maßnahmen für die beteiligten Akteure aufzeigen.

RIS Governance Struktur

Wir vernetzen die Innovationsakteure in Thüringen und stärken durch unsere Arbeit den vertrauensvollen Austausch zwischen den Beteiligten. Dabei übernehmen wir insbesondere die prozess- und beteiligungsorientierte Umsetzung der „Regionalen Innovationsstrategie für intelligente Spezialisierung und wirtschaftlichen Wandel in Thüringen“. Als RIS-Geschäftsstelle und wichtiger Partner bei der Strategieumsetzung tragen wir künftig eine stärkere Verantwortung für die Konzeption und Entwicklung der Spezialisierungsfelder im Auftrag des TMWLLR.

Strategiebeiräte – Veranstaltungsformate – Lenkungskreis

Unterstützt werden wir dabei von den Strategiebeiräten. Das TMWLLR hat hierfür mehr als 80 Thüringer Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft sowie Clustern und Netzwerken berufen. Die Strategiebeiräte bringen eine übergeordnete und inhaltlich strategische Komponente aus Anwendungs- und Entwicklungssicht in die jeweiligen Felder ein. Für jedes Spezialisierungsfeld ist ein Strategiebeirat aktiv, der aus seiner Mitte einen Sprecher und Stellvertreter gewählt hat.

Um Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Innovationszentren, Unternehmen, Netzwerke und andere Akteure aktiv einzubinden, setzen wir zudem auf eigene, speziell entwickelte Veranstaltungsformate. Sie schaffen Raum für Austausch, Kooperation und neue Ideen – mit spürbarer Breitenwirkung.

Die Begleitung und Steuerung der Strategieumsetzung sowie die Beratung unserer Aufgaben obliegen dem RIS-Lenkungskreis, unter Leitung des TMWLLR. Dem Lenkungskreis gehören Vertreterinnen und Vertreter der im RIS-Kontext relevanten Referate des TMWLLR, wir als RIS-Geschäftsstelle, die Thüringer Aufbaubank sowie die Sprecherinnen und Sprecher und deren Stellvertretungen der RIS-Strategiebeiräte an. Durch eine aktive Berichterstattung stellt der Lenkungskreis eine transparente Anbindung an die zuständigen Ressorts und Landeseinrichtungen sicher. Zudem kommt er regelmäßig zusammen, um die vielfältigen Umsetzungsprozesse der RIS Thüringen zu begleiten und zu koordinieren. Über die Berichterstattung des RIS-Lenkungskreises im EFRE-/ESF-Begleitausschuss erfolgt außerdem eine Rückkopplung mit Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschafts- und Sozialpartner zum Einsatz der EU-Strukturhilfen im Rahmen der Umsetzung der RIS Thüringen.

Monitoring der Strategieumsetzung

Monitoring der Strategieumsetzung

Die Umsetzung der Innovationsstrategie wird durch ein Monitoring begleitet. Kern des Monitorings ist die Beobachtung der Aktivitäten zur Umsetzung der Strategie und das Erreichen der gesteckten Ziele. Die Koordinierung des Monitorings ist Aufgabe von Innovativ Thüringen in seiner Funktion als RIS-Geschäftsstelle in Zusammenarbeit mit dem TMWLLR und weiteren Partnern. Die Auswertungen des Monitorings werden als Factsheets veröffentlicht.

Aktuelle Auswertungen

Innovationserhebung Thüringen

Die Innovationserhebung Thüringen erfasst die Innovationsaktivitäten Thüringer Unternehmen in national und international vergleichbarer Form. Sie wird seit 2024 vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der LEG Thüringen als Zusatzerhebung zur jährlichen Deutschen Innovationserhebung durchgeführt. Dadurch lassen sich die Ergebnisse für Thüringen direkt mit denen Deutschlands und der anderen ostdeutscher Länder vergleichen. Die Erhebung ergänzt das Begleitmonitoring der Thüringer Innovationsstrategie und unterstützt deren Evaluierung. 

bg

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