Sie alle profitieren von Technologien, die am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena entwickelt werden. Das Institut zählt zu den wichtigsten Forschungs- und Innovationsakteuren Thüringens und bringt Lösungen hervor, die weltweit in Industrie, Digitalisierung, Kommunikation und Raumfahrt zum Einsatz kommen.
Doch erfolgreiche Innovationen entstehen nicht allein durch exzellente Forschung. Sie benötigen starke Partnerschaften, funktionierende Netzwerke und den kontinuierlichen Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Genau hier arbeiten das Fraunhofer IOF und Innovativ Thüringen seit vielen Jahren eng zusammen.
Seit seiner Gründung im Jahr 1992 entwickelt das Fraunhofer IOF Lösungen mit Licht für aktuelle Herausforderungen in Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft. Heute deckt das Institut die gesamte photonische Innovationskette ab – vom optischen Systemdesign über Mikro- und Nanooptik, Präzisionsoptik sowie Laser- und Fasertechnologien bis hin zu Bildgebung, Sensorik und optische Quantentechnologien.
Innovationsmotor für die Thüringer Wirtschaft
Die Bedeutung des Instituts reicht weit über die Grundlagenforschung hinaus. Thüringen zählt zu den führenden Photonik-Standorten Deutschlands. Rund 195 Unternehmen mit etwa 16.900 Beschäftigten erwirtschaften in der Optik- und Photonikbranche einen Jahresumsatz von rund vier Mrd. €. Mit einer Exportquote von rund 72 % und einer Forschungs- und Entwicklungsquote von etwa 15 % gehört die Branche zu den wichtigsten Wachstumstreibern im Freistaat. Etwa jedes zehnte deutsche Photonikunternehmen hat seinen Sitz in Thüringen.
Für Thüringer Unternehmen ist das Fraunhofer IOF ein zentraler Innovationspartner sowohl bei konkreten technologischen Fragestellungen als auch entlang der gesamten Innovationskette von der Idee über Komponenten sowie Demonstratoren bis hin zu anwendungsnahen Systemlösungen. Die Forschungsergebnisse des Fraunhofer IOF finden ihren Weg damit direkt in neue Produkte, Verfahren und Geschäftsmodelle und stärkt damit die Wettbewerbsfähigkeit einer ganzen Branche.
Forschung mit internationaler Strahlkraft
Die Innovationskraft des Fraunhofer IOF reicht weit über Thüringen hinaus. Forschung und Technologien aus Jena kommen weltweit in Wissenschaft, Industrie und Raumfahrt zum Einsatz. Mehrere Entwicklungen des Instituts wurden mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet. Dazu zählen Hochleistungs-LEDs, Ultrakurzpulslaser für die industrielle Fertigung sowie die EUV-Lithografie, die die Herstellung immer kleinerer und leistungsfähigerer Mikrochips ermöglicht.
Thüringer Technologie auf Mission im All
Besonders sichtbar wird die internationale Bedeutung des Instituts in der Raumfahrt. Hochpräzise Spiegel des Instituts sind Teil des James-Webb-Weltraumteleskops, dem bislang leistungsstärksten Weltraumteleskop der Menschheitsgeschichte. Auch die Jupiter-Mission JUICE profitiert von Jenaer Forschung. Ein gemeinsam mit Partnern entwickeltes Instrument soll dort den Mond Ganymed vermessen.
Aktuell trägt das Fraunhofer IOF auch zum Erfolg der europäischen Erdbeobachtungsmission FLEX bei. Ziel der Mission ist es, aus dem All Daten zur Vegetationsgesundheit zu erfassen. Für das Spektrometer entwickelte das Institut eine zentrale optische Baugruppe.
Weiterführender Link: MDR THÜRINGEN JOURNAL - Forschungssatellit ins All gestartet - hier anschauen
Gleichzeitig treiben die Forschenden Zukunftsfelder wie die Quantenkommunikation voran. Mit der QuNET-Initiative koordiniert das Institut eines der bedeutendsten deutschen Forschungsprogramme zur Entwicklung hochsicherer Kommunikationsnetze.
Aus Forschung entstehen Fachkräfte und Unternehmen
Gemeinsam mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Ernst-Abbe-Hochschule Jena und der Technischen Universität Ilmenau bildet das Institut Fachkräfte für zentrale Zukunftsbranchen aus. Damit ist das Fraunhofer IOF nicht nur Forschungs-, sondern auch Ausbildungs-, Qualifizierungs- und Arbeitgeberstandort.
Darüber hinaus entstehen aus der Forschung regelmäßig neue Kooperationen, Transferprojekte und technologieorientierte Ausgründungen. Unternehmen wie SPACEOPTIX oder Quantum Optics Jena zeigen beispielhaft, wie wissenschaftliche Erkenntnisse in wirtschaftliche Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze überführt werden können.
Partnerschaft in der Praxis
Wissenschaftliche Expertise für die Regionale Innovationsstrategie (RIS) Thüringen
Prof. Dr. Andreas Tünnermann, Institutsleiter des Fraunhofer IOF, engagiert sich als wissenschaftlicher Sprecher im RIS-Strategiebeirat des Spezialisierungsfeldes „Industrielle Produktion und Systeme“. Diese Funktion ist weit mehr als ein repräsentatives Mandat. Sie sorgt dafür, dass bei der Weiterentwicklung der Thüringer Innovationsstrategie wissenschaftliche Zukunftsthemen frühzeitig mit industriellen Herausforderungen abgeglichen werden.
LEG Thüringen als Brücke zwischen Forschung und Wirtschaft
Damit Forschungsergebnisse ihren Weg in die Wirtschaft finden, braucht es starke Netzwerke. Beim Thüringer Maschinenbautag 2026 präsentierte Dr. Peter Kühmstedt, Abteilungsleiter „Bildgebung und Sensorik“ am Fraunhofer IOF einen mobilen Handscanner für KI-gestützte Wartungsprozesse. Im Gespräch vor Ort hob er den Mehrwert der LEG Thüringen hervor. Für das Fraunhofer IOF ist das Team von Innovativ Thüringen eine wichtige Kommunikationsplattform und Vernetzungsinstanz, denn sie erleichtert die Anbahnung neuer Innovationsvorhaben, indem sie die Partnersuche unterstützt, über Fördermöglichkeiten informiert und Projektideen und -anträge mitentwickelt.
Auch im Thüringer RUBIN-Bündnis „QUANTIFISENS“ bringt das Fraunhofer IOF seine Forschungsexpertise ein. Innovativ Thüringen war an der Initiierung des Bündnisses beteiligt und begleitet es bis heute als assoziierter Partner. Darüber hinaus beteiligt sich das Institut regelmäßig bei internationalen Delegationsreisen des Teams Thüringen International. So wird das Fraunhofer IOF auch an der kommenden Unternehmensreise nach Südafrika teilnehmen und damit zur internationalen Sichtbarkeit des Innovationsstandorts Thüringen beitragen.
Gemeinsame Plattformen für Transfer und Vernetzung
Die Zusammenarbeit zeigt sich u.a. auf Veranstaltungen wie der InnoCON Thüringen, die praxisnahe Hilfestellung und strategische Impulse für Technologien, Wissenstransfer und Vernetzung bietet, und jährlich von der LEG Thüringen im Auftrag des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TMWLLR) durchführt wird. Auch auf den vom Institut sowie der Max Planck School of Photonics jährlich veranstalteten Photonics Days Jena, einer Plattform für Fachkräfte und Standortmarketing, ist Innovativ Thüringen als Aussteller vertreten. Hier entstehen Kontakte, aus denen Forschungskooperationen, Verbundprojekte und neue Geschäftsideen hervorgehen.
Unterstützung für Start-ups und Ausgründungen
Eine wichtige Rolle spielt auch der Digital Innovation Hub Photonics (DIHP). Seit 2019 unterstützt der Hub Ausgründungen aus der Wissenschaft sowie Kooperationen externer Start-ups mit Forschungseinrichtungen. Kay Sawatzky, stellvertretender Teamleiter von Innovativ Thüringen ist hier Teil der Fachjury.
Thüringer Luft- und Raumfahrttag
Wie erfolgreich dieses Zusammenspiel funktioniert, zeigt sich zum ersten Thüringer Luft- und Raumfahrttag am 1. Oktober 2026 in Jena. Hiermit entsteht nun erstmals ein landesweites Format, das die Akteure der Branche zusammenbringt. Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Mittelstand, Forschung und Politik diskutieren dort über Transformation, Dekarbonisierung und die Zukunft der Luft- und Raumfahrt.
Das Fraunhofer IOF zeigt beispielhaft, wie aus exzellenter Forschung konkrete Innovationen entstehen. Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik entwickelt das Institut Technologien, die weit über Thüringen hinaus Wirkung entfalten. Die Zusammenarbeit mit Innovativ Thüringen unterstützt dabei den Transfer in die Praxis und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Innovationsstandorts Thüringen nachhaltig.
Zum 1. Thüringer Luft- und Raumfahrttag
Bild: ©OHB System AG / DLR




