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Internationalisierung

Polen und Frankreich – starke Partner für Optik und Photonik

Anlässlich des 35-jähringen Bestehens des Weimarer Dreiecks empfing Thüringen vom 22. bis 25. September Wirtschaftsdelegationen aus beiden Ländern.
B2B-Matchmaking-Event auf der w3+

Bild: w3@SofiaOrefice

Optik und Photonik – in diesen Bereichen ist Thüringen Weltklasse. Insofern gibt es hier auch bei der Internationalisierung der Wirtschaft des Freistaats viele Potenziale – für unsere Unternehmen aus der Branche tun sich in diesem Feld viele Chancen auf. Dabei muss man beileibe nicht in die Ferne schweifen – unsere Nachbarländer Polen und Frankreich verfügen ebenfalls über viele Kompetenzen in Optik und Photonik. 

Anlässlich des 35-jähringen Bestehens des Weimarer Dreiecks empfing Thüringen vom 22. bis 25. September Delegationen aus beiden Ländern. Das Weimarer Dreieck ist ein außenpolitisches Gesprächs- und Konsultationsforum zwischen Deutschland, Polen und Frankreich, das 1991 von den Außenministern der drei Länder gegründet wurde. 

Der Besuch fand rund um die W3+ Fair in Jena – einem zentralen Branchentreffpunkt der Photonik- und Optikindustrie – statt. Insgesamt reisten 17 Unternehmen (6 aus Polen und 11 aus Frankreich) nach Thüringen. Die Gäste erlebten ein vielseitiges Programm: Dazu gehörten – im Beisein von Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John – Fachvorträge sowie zahlreiche Gespräche und ein B2b-Matchmaking-Format im Rahmen der W3+ Fair, sodann ein Besuch im Technologie- und Innovationspark Jena (TIP) sowie Besuche bei den Unternehmen Carl Zeiss AG, Jabil und Materion Optics Balzers und, zum Abschluss, ein Business-Frühstück im Rathausfestsaal Weimar. Der Delegationsbesuch trug dazu bei, neue Impulse für die Zusammenarbeit zwischen Thüringen, Polen und Frankreich zu setzen. Als nächster Schritt bietet die für November 2026 geplante Delegationsreise von Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt in die polnische Partnerregion Malopolska die Möglichkeit, während des Besuchs geknüpfte Kontakte weiter zu vertiefen und konkrete Kooperationsansätze aufzugreifen.

Wir haben unsere polnischen und französischen Partner gebeten, im Nachgang zu ihrem Delegationsbesuch im September Statements zu verfassen, welche die Chancen und Trends der Branchen Optik und Photonik in ihren beiden Ländern darlegen. Im Folgenden veröffentlichen wir die beiden Statements:

Statement von Igor Derylo, Polska Platforma Technologiczna Fotoniki (PPTF)

Aus polnischer Sicht wird die Optik- und Photonikbranche in hohem Maße von der globalen geopolitischen Lage geprägt, dazu zählen der Krieg im Nachbarland Ukraine, internationale Handelsspannungen sowie die Entwicklung der KI und der dazugehörigen Infrastruktur. In Polen spiegeln sich diese Trends besonders in vier Bereichen wider:

  • Verteidigung und Dual-Use-Technologien: Polens Nähe zum Krieg in der Ukraine und das sich wandelnde geopolitische Umfeld beschleunigen die Nachfrage nach photonischen Lösungen in den Bereichen Verteidigung, Sicherheit, Schutz kritischer Infrastrukturen und ausfallsichere Kommunikation. Viele Akteure des polnischen Photonik- und Optik-Clusters tragen zu diesen Entwicklungen bei, darunter Solaris Optics, CRW Telesystem-Mesko, PCO SA, Vigo Photonics und SHM System.
     
  • Raumfahrt: Der sich rasch entwickelnde Raumfahrtsektor in Polen und weltweit schafft Chancen für optische Komponenten, Instrumente und Sensortechnologien. Im Jahr 2025 trug ein Konsortium unter Beteiligung von PPTF-Mitgliedern zum Start der ersten polnischen Satellitenkonstellation bei; zu den Teilnehmern gehörten Creotech Instruments, Scanway und die Militärtechnische Universität.
     
  • Halbleiter: Weltweite Investitionen in die Halbleiterindustrie eröffnen Chancen für Photonik-Unternehmen in den Bereichen Halbleiterfertigung, Messtechnik, Inspektion und integrierte Photonik. Polnische Unternehmen und Forschungseinrichtungen, darunter XTPL, Fluence Technology, das Instytut Fotonowy, das Łukasiewicz-Institut für Mikroelektronik und Photonik sowie CEZAMAT an der Technischen Universität Warschau, (Komma entfernen) tragen aktiv zu Projekten und Entwicklungen in diesem Bereich bei.
     
  • Quantentechnologien: Dieses aufstrebende Gebiet schlägt eine Brücke zwischen wissenschaftlicher Forschung und kommerziellen Anwendungen, darunter die Quantenkommunikation. Eine wachsende Zahl polnischer Start-ups und Unternehmen, wie beispielsweise Creotech Quantum, trägt zur Entwicklung dieses Marktes bei.

Natürlich schreiten die Photonik und die Optik auch in vielen anderen Anwendungsbereichen weiter voran. Aus Sicht der PPTF haben diese vier Bereiche in den letzten Jahren jedoch eine besonders starke Dynamik erfahren und bieten bedeutende Chancen für Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen Photonik und Optik.

Statement von Ivens Saber, Photonics France

Die Photonik in Frankreich wird derzeit von einer starken und breit diversifizierten Nachfrage getragen. Zu den dynamischsten Wachstumsmärkten zählen die Verteidigungs- und Luftfahrtindustrie, die einen steigenden Bedarf an Lasersystemen, Infrarotbildgebung und sicheren optischen Kommunikationslösungen verzeichnen. Gleichzeitig eröffnen Künstliche Intelligenz und der Ausbau von Rechenzentren erhebliche Marktchancen für integrierte Photonik und optische Interconnect-Technologien. Zusätzliche Impulse gehen von neuen Fertigungskapazitäten für Siliziumphotonik in Frankreich sowie von einer wachsenden Zahl innovativer Start-ups aus.

Auch die Quantenphotonik befindet sich an einem Wendepunkt: Der Übergang von der Forschung zur industriellen Anwendung schafft neue Absatzmärkte für Laser, Einzelphotonenquellen und Detektoren. Ein weiterer bedeutender Wachstumstreiber bleibt die medizinische Photonik, insbesondere in den Bereichen Ophthalmologie, Bildgebung und Spektroskopie, in denen Frankreich über ausgewiesene Kompetenzen verfügt. Darüber hinaus entwickeln sich weitere Anwendungsfelder positiv, darunter die Energiewende, die industrielle Automatisierung sowie die Präzisionslandwirtschaft. Zugleich erhöhen Versorgungsrisiken bei strategisch wichtigen Rohstoffen wie Germanium, Gallium und Indium den Handlungsdruck. Dies veranlasst europäische Akteure, ihre Zusammenarbeit zur Absicherung kritischer Lieferketten deutlich zu intensivieren.

Vor diesem Hintergrund sollten die bestehenden Chancen und Herausforderungen als Anreiz verstanden werden, die Zusammenarbeit zwischen Frankreich, Thüringen und Polen weiter auszubauen und gemeinsame Innovations- und Wertschöpfungsnetzwerke gezielt zu stärken.

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