Ungarn befindet sich nach dem Antritt seiner neuen Regierung in einer Phase wirtschaftlicher Neuaufstellung, die von großen Modernisierungsprojekten und einer spürbaren Dynamik in zentralen Branchen geprägt ist, insbesondere im Bereich Medizintechnik.
Der ungarische Medizintechnikmarkt zählt zu den größten in Mittel- und Osteuropa. Im Jahr 2025 wurde ein Marktvolumen von rund 1,3 Mrd. USD erzielt. Bis 2030 soll der Markt nach Angaben von FitchSolutions jährlich um 4,5 % wachsen. Treiber sind die wirtschaftliche Erholung, die alternde Bevölkerung sowie geplante Investitionen in das Gesundheitswesen.
Ein zentrales Merkmal des Marktes ist die starke Importabhängigkeit. Rund 82 Prozent der Medizintechnikprodukte werden importiert. Die wichtigsten Lieferländer sind Deutschland, Österreich und die Niederlande. Besonders gefragt sind Verbrauchsmaterialien, bildgebende Diagnostiksysteme, Patientenhilfen sowie sonstige medizinische Geräte.
Die neue Regierung der Tisza-Partei plant umfassende Gesundheitsreformen und möchte die Gesundheitsausgaben bis 2030 auf 7 Prozent des BIP erhöhen. Geplant sind unter anderem neue regionale Krankenhäuser, moderne OP-Zentren und eine bessere ambulante Versorgung. Dadurch entstehen zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten für Anbieter von Diagnostik-, Bildgebungs-, Anästhesie- und Monitoring-Technologien. Aber auch der private Gesundheitssektor wird mit steigenden Einkommen der Bevölkerung immer bedeutender, insbesondere bei orthopädischen Behandlungen.
Im Oktober wird eine ungarische Delegation, bestehend aus Vertretern von Medizintechnikunternehmen, den Freistaat besuchen. Sie haben die Möglichkeit, die Gäste im Rahmen eines Networking Dinners in Erfurt kennenzulernen. Weitere Details werden demnächst auf unserer Website.



