Freihandelsabkommen schaffen neue Rahmenbedingungen. Entscheidend für Unternehmen ist jedoch, was sich daraus für das konkrete Auslandsgeschäft ergibt. Für Thüringer Unternehmen lohnt sich daher der Blick darauf, wo Zölle sinken, welche Ursprungsregeln erfüllt werden müssen und wie sich verbesserte Marktzugänge für die eigene Internationalisierungsstrategie nutzen lassen.
Mit Indien und den Mercosur-Staaten rücken dabei Märkte stärker in den Fokus, mit denen kürzlich Freihandelsabkommen geschlossen wurden. Im Mercosur wird das Interims-Handelsabkommen mit der EU bereits seit dem 1. Mai 2026 vorläufig angewandt. Es baut nicht nur Zölle schrittweise ab, sondern zielt auch auf den Abbau nichttarifärer Handelshemmnisse und verlässlichere Rahmenbedingungen für Handel und Investitionen.
Beim EU-Indien-Freihandelsabkommen wiederum wurden die Verhandlungen am 27. Januar 2026 abgeschlossen. Der nächste Schritt ist der europäische Genehmigungsprozess. Das Abkommen soll nach seinem Inkrafttreten Zölle auf mehr als 96 Prozent der EU-Warenausfuhren nach Indien beseitigen oder reduzieren.
Für Unternehmen beginnt damit die eigentliche Arbeit. Denn ein Freihandelsabkommen allein macht noch kein Exportgeschäft. Entscheidend ist, die neuen Regelungen auf die eigenen Produkte und Absatzmärkte zu übertragen: Wo entstehen tatsächlich Zollvorteile? Welche Ursprungsregeln sind zu beachten? Welche Geschäftspartner werden benötigt und welche Marktstrategie passt zum jeweiligen Unternehmen?
Genau hier setzen wir, Thüringen International, mit unseren Aktivitäten an. Im bisherigen Jahresverlauf standen nicht nur die handelspolitischen Entwicklungen im Mittelpunkt, sondern vor allem der direkte Zugang zu den jeweiligen Märkten. Nach der Delegationsreise nach Indien im Frühsommer richtet sich der Blick nun nach Südamerika: Vom 31. Oktober bis 8. November wird eine Thüringer Delegationsreise unter der Leitung von Colette Boos-John, der Thüringer Ministerin für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum nach Argentinien und Brasilien stattfinden. Damit erhalten Thüringer Unternehmen die Möglichkeit, die Marktbedingungen aus erster Hand kennenzulernen, Kontakte vor Ort aufzubauen und eigene Geschäftsmöglichkeiten auszuloten.
Die neuen Handelsabkommen können Türen öffnen. Ob daraus konkrete Geschäftschancen entstehen, hängt jedoch davon ab, diese Möglichkeiten frühzeitig und strategisch zu nutzen. Thüringen International unterstützt Sie dabei, neue Zielmärkte zu bewerten, Kontakte aufzubauen und die nächsten Schritte im Auslandsgeschäft vorzubereiten.
Weitere Informationen zur Delegationsreise Mercosur – Argentinien & Brasilien



