Mittelosteuropa zeichnet sich durch rund 284 Millionen Konsumenten und seine bedeutende Rolle als Produktionsstandort aus. Diese große Region punktet längst nicht mehr vorwiegend mit ihren reinen Lohnkosten, vielmehr ist mittlerweile ihre starke Innovationskraft der wesentliche Standortvorteil und zugleich Anknüpfungspunkt für wachsende Geschäftschancen Thüringer Unternehmen.
Als ein Beispiel für diese Dynamik steht Polen: Seine Volkswirtschaft zeichnet sich seit Jahren durch eine sehr positive und dynamische Entwicklung aus. Das BIP-Wachstum liegt mittlerweile bei über 3 Prozent jährlich, damit ist das Land inzwischen einer der Wachstumsmotoren in der EU. Polen verfügt über eine starke Industriebasis; große Städte des Landes wie Warschau und Krakau haben sich zu Zentren in den Bereichen IT und moderne Technologien entwickelt. Mittlerweile nimmt das Land Rang zwei bei den Thüringer Exporten ein.
Vertreter Polens waren am 23. September in Thüringen, wo sie mit Unternehmen aus dem Freistaat zusammenkamen. Anlass bot das 35-jährige Jubiläum des „Weimarer Dreiecks“, das die Außenminister Deutschlands, Polens und Frankreichs seinerzeit aus der Taufe hoben – mit der Vision eines geeinten, friedlichen und solidarischen Europas und dem Bekenntnis zu einer engen Kooperation der drei Länder auf verschiedensten Ebenen. Das Treffen am 23. September fügte sich hier harmonisch ein: Auf der Messe W3+ Fair in Jena, die als Hightech-Plattform vor allem die Schlüsseltechnologien Optik, Photonik, Elektronik und Mechanik im Fokus hat, erfolgten Delegationsempfänge für Vertreter aus Polen und Frankreich und diverse B2B-Gespräche zwischen Unternehmen aller drei Länder. Im Anschluss besuchten die Teilnehmer Thüringer Unternehmen aus den Bereichen Optik und Photonik.
Auch für die Zukunft stehen interessante Vorhaben an: So wird im Februar 2027 eine Delegation aus Ungarn im Rahmen von Unternehmensbesuchen in Thüringen Kontakte zur hiesigen Medizintechnikbranche knüpfen. Bereits im November dieses Jahres findet unter der Leitung des Thüringer Ministerpräsidenten Mario Voigt eine Delegationsreise in die polnische Region Malopolska statt, die seit langem Thüringer Partnerregion ist. Ziel der Reise ist es, neue Impulse für die Zusammenarbeit zwischen Thüringen und Polen zu entwickeln, Innovationspotenziale sichtbar zu machen und gemeinsame Projekte auf den Weg zu bringen. Teilnehmer sind Vertreter aus Unternehmen, Institutionen sowie Wissenschaft und Forschung. Auf dem Programm stehen Gespräche mit Entscheidungsträgern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sowie Besuche bei Unternehmen, Clustern, Universitäten und Forschungseinrichtungen.



