Im Gespräch

Oliver Voerster, geschäftsführender Gesellschafter KNV und KNO VA

KNV und KNO VA zieht es von Stuttgart und Köln nach Erfurt - warum?

"Wesentliche Teile unserer Logistik sind in den 70er Jahren entstanden. Erweiterungen haben dazu geführt, dass unsere heutige Logistik sich über 10 Gebäude an drei Standorten erstreckt. Die Technik bedarf einer grundsätzlichen Erneuerung. Für die nächste Generation unserer Logistik war klar, dass eine Erneuerung mit einer Zusammenführung unserer gesamten Logistik an einem Standort nötig ist, der zentral im deutschen Sprachraum liegen muss, damit wir alle Kunden über Nacht erreichen können."

Ist der Bau eines neuen Zentrallagers in Zeiten zunehmender Digitalisierung überhaupt notwendig?

"Man muss sich mit neuen Entwicklungen intensiv beschäftigen, darf diese aber auch nicht überbewerten. Wie das Radio, Kino, Fernsehen und Internet wird das digitale Buch unseren Medienkonsum ergänzen und einen wesentlichen Anteil erreichen, aber nicht das robuste physische Buch verdrängen. Unsere Unternehmensgruppe ist sehr breit aufgestellt, beliefert alle Vertriebskanäle, hat ihr Warenangebot in den letzten Jahren stark in Richtung nicht digitalisierbarer Zusatzsortimente ausgebaut und wird weiter wachsen."

Was hat Erfurt, was andere europäische Logistikstandorte nicht haben?

"Der Markt für Bücher und andere Medien ist nicht Europa, sondern der deutsche Sprachraum. Erfurt liegt hierfür optimal in der Mitte, hat eine gute Verkehrsanbindung und in unmittelbarer Nähe die leistungsfähigsten Paketverteilzentren. Die Mitarbeiterverfügbarkeit ist in Erfurt deutlich besser als an unseren bisherigen Standorten. Und nicht zuletzt ist Erfurt eine attraktive, lebenswerte Region!"