Exzellenzcluster in Jena erhält grünes Licht für Forschungsneubau

Billionen Bakterien und andere Mikroorganismen bevölkern den menschlichen Körper, wobei es auf eine gute Balance im Rahmen dieses sogenannten Mikrobioms ankommt, damit der Mensch gesund bleibt. „Gleichgewicht im Mikroversum“ lautet der Name eines Exzellenzclusters der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der in Jena angesiedelt ist und der jetzt mit einem Neubau die nächste Etappe seiner Mikrobiom-Forschung in Angriff nimmt.

Interaktion von Bakterien und Hefepilzen im Darm. Ein Forschungsfeld des Exzellenzclusters. Bild: Sandor Nietzsche, Susanne Linde / Elektronenmikroskopisches Zentrum Jena; Bildbearbeitung: Mario Kapitan

Im September 2018 erhielt der Exzellenzcluster, der an der Friedrich-Schiller-Universität Jena angesiedelt ist, den Zuschlag. „Keine andere Universität in Deutschland verfolgt den Schwerpunkt, die Bedeutung des Mikrobioms für die menschliche Gesundheit herauszu¬arbeiten, so konsequent und umfassend“, urteilt der Wissenschaftsrat als wissenschaftspolitisches Beratungsgremium der Bundes- und Landesregierungen. Er empfahl die Förderung für das Bauvorhaben, was die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) des Bundes und der Länder jetzt bestätigte.

Die Finanzierung der rund 40 Millionen Euro Gesamtkosten teilen sich Bund und Freistaat Thüringen hälftig. „Mit seiner modernen Geräteausstattung und der strikten Ausrichtung auf eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit bietet der Forschungsneubau beste Voraussetzungen, um Jena als Zentrum der Mikrobiom-Forschung in Deutschland zu etablieren“, umreißt Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee die Chancen, die der Neubau mit sich bringt. Profitieren werden auch Thüringer Unternehmen der Branche. Die Bauarbeiten für das 4.900-Quadratmeter-Gebäude werden von 2020 bis 2024 erfolgen. (hw)