Medieninformationen

23.06.2017

Auf die Oberfläche kommt es an!

ThCM stellt neue Studie zur Grenz- und Oberflächentechnologie in Thüringen vor/ Thüringer Branche belegt bundesweit vorderes Mittelfeld

ERFURT_ Das Waschbecken, an dessen Oberfläche Schmutz und Wasser mühelos abperlt, das Brillenglas, das dank seiner Beschichtung nicht zerkratzt, oder der Türgriff im Krankenhaus, der durch seine antibakterielle Beschichtung die Verbreitung gefährlicher Keime verringert – in nahezu jedem Lebensbereich gibt es heutzutage Produkte, die durch ihre speziell beschichteten Oberflächen einen erheblichen Mehrwert für deren Nutzer haben. Dank fundierter Forschung wird das Anwendungsspektrum von Grenz- und Oberflächentechnologien immer größer. Eine neue Studie des Thüringer ClusterManagements (ThCM) zeigt, welches wirtschaftliche und technologische Potenzial in Thüringer Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Grenz- und Oberflächenbeschichtung steckt.

Laut Studie rangiert Thüringen im bundesweiten Vergleich im Bereich der Grenz- und Oberflächentechnologien im vorderen Mittelfeld, auf dem Gebiet der optischen Technologien bzw. der Photonik kommt dem Freistaat gar eine führende F&E-Position zu. Mehr als 3.700 Beschäftigte arbeiten direkt und weitere 6.000 Beschäftigte arbeiten indirekt im Bereich der Grenz- und Oberflächentechnologie. Die Wertschöpfung liegt bei mehr als 300 Millionen Euro. Dabei sind mehr als 53 Prozent der im Technologiefeld Beschäftigten in Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten tätig, die knapp 47 Prozent des gesamten Umsatzes erwirtschaften.

Der weltweite Markt  für Schutzbeschichtungen wird für das Jahr 2016 auf rund 16 Milliarden Euro geschätzt, bei einem jährlichen Wachstum von vier Prozent. Neben klassischen Oberflächentechnologien wie Galvanik, physikalische und chemische Gasphasenabscheidung sowie Tauch-, Spray- und Spritzprozessen spielen innovative Verfahrensentwicklungen wie Selbstorganisations- und Selbstheilungsprozesse, Ultrakurzpulslaser oder gedruckte Elektronik sowie moderne Modellierungs- und Simulationstechniken eine zunehmende Rolle. Für Thüringer Unternehmen der Branche ergeben sich damit erhebliche Wachstums- und Entwicklungschancen, indem sie mit  innovativen Oberflächentechnologien Wertschöpfungsprozesse optimieren, Produkte veredeln und letztlich neue Märkte erschließen. 

Hintergrund:
Im Zuge der Untersetzung und Umsetzung der Thüringer Innovationsstrategie – RIS3 Thüringen – wurde als ein Maßnahmenvorschlag die Initiierung und Etablierung eines „virtuelles Thüringer Oberflächenzentrum – ThOZ“ formuliert und beschlossen. Ein wichtiger Bestandteil dieses Maßnahmenvorschlags ist die erstellte Studie. Die Studie, die die VDI Technologiezentrum GmbH im Auftrag des ThCM durchgeführt hat, fußt auf Fragebögen und 27 ausführlichen Experteninterviews sowie auf den Ergebnissen eines Workshops mit wichtigen Akteuren aus Unternehmen, Hochschulen und intermediären Einrichtungen der Thüringer Grenz- und Oberflächentechnologie. Weiterhin wurde im Rahmen der Studie eine Datenbank mit 167 Thüringer Unternehmen aus diesem Bereich erstellt und statistisch ausgewertet. Auf Basis der Ergebnisse und einer anschließenden SWOT-Analyse gibt die Studie Empfehlungen zur weiteren Stärkung der Grenz- und Oberflächentechnologien für den Wirtschaftsstandort Thüringen. Demnach empfiehlt es sich, mithilfe eines Thüringer Kompetenzatlasses das Know-how einzelner Unternehmen und Forschungseinrichtungen transparent zu machen. Auch eine Bündelung von Kompetenzen und eine stärkere Vernetzung einzelner Akteure über ein virtuelles Thüringer Oberflächenzentrum werden empfohlen.

Das Thüringer ClusterManagement (ThCM) ist im Auftrag des Freistaates Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) tätig und wird mit Mitteln der Europäischen Union (EFRE) kofinanziert.

Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.cluster-thueringen.de/ueber-uns/downloads/

 

 

 

Pressesprecher der LEG

Dr. Holger Wiemers

Dr. Holger Wiemers
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