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LEG erwirbt Eiermannbau in Apolda

Künftiger Hauptmieter IBA gestaltet das Industriedenkmal zu einer Keimzelle kreativer Formen des Bauens, Produzierens und kreativen Wirkens

ERFURT/LEIPZIG _ Die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG Thüringen) ist neue Eigentümerin des Eiermannbaus in Apolda. Am heutigen Freitag, 22. Dezember 2017, erwarb sie per Kaufvertrag das geschichtsträchtige Gebäude von der GESA Gesellschaft zur Entwicklung und Sanierung von Altstandorten mbH. Den Vertrag unterzeichneten LEG-Geschäftsführer Frank Krätzschmar sowie die beiden GESA-Geschäftsführer Dr. Bernd Halstenberg und Dr. Michael Kiel. Damit sind alle Weichen gestellt für den Umzug der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen GmbH von Weimar nach Apolda. Die IBA wird ihren Geschäftssitz im Eiermannbau haben und zudem durch Untervermietung an Architekten, Stadtplaner und Künstler das Gebäude als „Open Factory“ betreiben. Unter dem Leitbild „Open Factory“ soll ein vielfältig genutzter Standort aus Werkstätten, Studios, Atelier- und Verwaltungsbereichen entstehen. „Mit dem markanten Eiermannbau, welcher unweit des Zentrums Apolda liegt, erwirbt die LEG eine Immobilie, die zu den industriegeschichtlich bedeutendsten sowie zu den bekanntesten Bauten Thüringens zählt“, sagte Frank Krätzschmar anlässlich der Beurkundung in Leipzig. „Mit dem Erwerb schaffen wir die Basis dafür, dass hier in den kommenden Jahren im Rahmen der Nutzung durch die IBA eine Keimzelle für kreative Ideen und Projekte entsteht.“

Die LEG vermietet die Räumlichkeiten im Eiermannbau während der Laufzeit des IBA-Prozesses, also bis Ende des Jahres 2023, an die IBA. Die GESA als bisherige Eigentümerin des Gebäudes hatte der IBA bereits in den vergangenen Jahren eine temporäre Einmietung ermöglicht; mit dem jetzt erfolgten Eigentümerwechsel hat die IBA Planungssicherheit, was den Ort ihres Geschäftssitzes und die Umsetzung der kreativen Vorhaben im Rahmen der „Open Factory“ angeht. „Open Factory“ bedeutet, dass der Eiermannbau künftig ein öffentlicher Ort wird, an dem im Rahmen des IBA-Prozesses ergebnisoffen und experimentierfreudig neue Formen des Produzierens, Arbeitens und kreativen Wirkens ausprobiert werden. Die IBA sieht sich dabei als Initialnutzerin; sie rekrutiert Untermieter, die mit neuen Ideen und Erfindungsgabe ihren Beitrag dazu leisten, das Gebäude baulich auszugestalten und zu einem Erlebnisort mit Anziehungskraft und Bekanntheit zu machen.

Hintergrund:
Die Ursprünge des Eiermannbaus in Apolda liegen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als der Apoldaer Architekt Hermann Schneider am Standort nahe dem Bahnhof ein erstes Gebäude errichtete. Mitte der Dreißigerjahre baute der damals noch weitgehend unbekannte Architekt Egon Eiermann das Gebäude im Auftrag der Berliner Firma „TOTAL KG Foerstner & Co.“ umfassend um; er erweiterte es und verlieh ihm die zeittypische, durchaus an Bauhauselemente angelehnte moderne Formensprache, die dem Eiermannbau noch heute sein über die Grenzen Thüringens hinaus bekanntes Gepräge gibt. Bis Mitte der Neunzigerjahre wurden am Standort Feuerlöschgeräte und Feuerlöschanlagen produziert, zuletzt durch die Apoldaer Feuerlöschgeräte GmbH; 1994 wurde die Produktion eingestellt. Nach Jahren des Verfalls mit teilweise erfolgten Abrissen sanierte die GESA das Baudenkmal 2010/11 unter Beachtung denkmalpflegerischer Anforderungen. Trotz vielfältiger Anstrengungen blieb der Bau ungenutzt, seit 2014 ist er ein Modellstandort der IBA Thüringen. Seit 2016 bearbeitet das Team der IBA Thüringen die Entwicklung des Standortes initiativ. 2019 wird im Eiermannbau die zentrale Ausstellung zur IBA Zwischenpräsentation gezeigt.

Pressesprecher der LEG

Dr. Holger Wiemers

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