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Immer mehr Thüringer Arbeitnehmer vollziehen den Spagat zwischen Beruf und der Pflege Angehöriger

ThAFF stellt betriebliche Unterstützungsangebote vor / Mehr als 130 Interessierte aus über 80 Thüringer Firmen nehmen an Fachtagung teil

ERFURT_ Bis zum Jahr 2030 wird sich die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland von derzeit 2,5 auf über 3,5 Millionen erhöhen und dadurch auch Thüringer Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber vor große Herausforderungen stellen, so die klare Einschätzung der Experten auf der heutigen Fachtagung zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Im Zuge dieser Entwicklung kommen immer mehr Angehörige in die Situation, ihre Berufstätigkeit mit häuslicher Pflege in Einklang bringen zu müssen. Die  Zahl der Beschäftigten in Thüringer Unternehmen, die neben ihrer Berufstätigkeit in die Pflege von Angehörigen eingebunden sind, wächst stetig und übersteigt schon jetzt teilweise 25% der Belegschaft. Da das Thema immer stärker in den Fokus von Thüringer Arbeitgebern und Unternehmen jeglicher Branchen rückt, lud die Thüringer Agentur Für Fachkräftegewinnung (ThAFF) unter dem Motto „Pflege trifft auf Job – Einzelschicksal oder Führungsaufgabe“ ein.

„Das Ziel der Arbeitgeber muss es sein, Beschäftigte auf ihrem Weg zwischen Beruf und Pflege mit verschiedenen Maßnahmen zu unterstützen, um deren Verbleib im Unternehmen zu sichern und nicht größere Fachkräftelücken entstehen zu lassen. Diese Unterstützung kann die ThAFF als zentraler Ansprechpartner geben, da sie über die notwendige Erfahrung und die entsprechenden Angebote, wie etwa den Betrieblichen Pflegekoffer oder die Schulung zum Betrieblichen Pflegelotsen, verfügt und somit zu einer verbesserten Mitarbeitergewinnung und -bindung beitragen kann“, unterstreicht Sabine Wosche, Geschäftsführerin der LEG Thüringen, bei der die ThAFF angesiedelt ist.

Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner, betont zudem den besonderen Stellenwert, den betriebliche Pflegemaßnahmen einnehmen: „Der Fachkräftebedarf ist ohne Vereinbarkeit nicht zu managen. Eine familienfreundliche Arbeitswelt oder auch eine, die die sogenannte Work-Life-Balance berücksichtigt, ist zwar längst zum Qualitätskennzeichen für Unternehmen geworden, allerdings stehen wir mit der Vereinbarkeitsfrage bei Beruf und Pflege erst am Anfang.“

Die Resonanz der Veranstaltung war beachtlich: Etwa 130 Geschäftsführer, Führungskräfte und Angestellte von über 80 Thüringer Arbeitgebern waren in das comcenter Brühl nach Erfurt gekommen, um sich bei Fachvorträgen zum Thema zu informieren sowie bei den angebotenen Workshops gemeinsam zu diskutieren. Verschiedene Thementische boten den Teilnehmern zudem Anregungen und zeigten, wie die ThAFF Erfahrungen mit konkreten Angeboten verknüpft und so Akteure miteinander vernetzt. Die täglichen Anforderungen der Sorge um Eltern, Schwiegereltern oder Partner haben erheblichen Einfluss auf die Gesundheit und die Beschäftigungsfähigkeit von Mitarbeitern. Neben den bestehenden Unterstützungsangeboten der stationären und ambulanten Pflege können und müssen auch Arbeitgeber auf die speziellen Bedürfnisse pflegender Beschäftigter reagieren, wollen sie diese als Fachkräfte für das Unternehmen erhalten, so der Tenor der Veranstaltung.

Hintergrund:

Immer mehr Arbeitgeber haben Beschäftigte, die in die Pflege von Angehörigen eingebunden sind. Zwischen 10 bis 30 Prozent der Thüringer Beschäftigten leistet Sorgearbeit für Familienangehörige. Dies wirft zahlreiche Fragen für die „alltägliche“ Vereinbarkeit von Beruf und Familie / Pflege auf. Da die physisch und psychisch anstrengende, oft langjährige Pflege Auswirkungen auf die Beschäftigungsfähigkeit von Mitarbeitern hat, suchen Arbeitgeber nach Unterstützungsmöglichkeiten für Mitarbeiter und Führungskräfte. Die von der ThAFF initiierte Schulung zum „Betrieblichen Pflegelotsen“ und der „Betriebliche Pflegekoffer“ stellen konkrete Unterstützungsangebote für Thüringer Arbeitgeber dar.

Seit 2011 ist die ThAFF bei der LEG Thüringen angesiedelt. Mit einem breiten Informations- und Serviceangebot macht sie deutschlandweit auf den Beschäftigungsstandort Thüringen aufmerksam. Die ThAFF wird mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.

Interessierte Unternehmen und Beschäftigte können sich für weitere Informationen gern an die ThAFF wenden.

Mehr Informationen unter: www.thaff-thueringen.de

Pressesprecher der LEG

Dr. Holger Wiemers

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